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Im Krankheitsfall des Pflegenden, nach einem Aufenthalt im Krankenhaus oder während einer Renovierung: Es kann immer zu Situationen kommen, in denen die häusliche Pflege nicht optimal gewährleistet werden kann. Natürlich gibt es auch dafür eine Lösung: die sogenannte Kurzzeitpflege, bei der du oder ein/e pflegebedürftige/r Angehörige/r für einen gewissen Zeitraum stationär versorgt werden.

So kann unter allen Umständen eine gute Betreuung garantiert werden. Und die Kosten? Hier hilft selbstverständlich die Pflegekasse. Was genau man unter der Kurzzeitpflege versteht, ob du einen Anspruch darauf hast und was du unbedingt darüber wissen solltest, erklären wir in diesem Artikel.

1. Das Wichtigste in Kürze: Das musst du über die Kurzzeitpflege wissen!

  • Die Kurzzeitpflege ist die Möglichkeit, für einen begrenzten Zeitraum in einer stationären Einrichtung gepflegt zu werden.
  • Diese Pflegeleistung soll Angehörige entlasten, aber auch helfen, wenn du einen Unfall oder einen langen Krankenhausaufenthalt hattest.
  • Anspruch auf die Kurzzeitpflege haben anerkannt Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2.
  • Die Pflegekasse zahlt bis zu 1.612 Euro für die Kurzzeitpflege – unabhängig vom Pflegegrad.
  • Während der Kurzzeitpflege kannst du weiterhin die Hälfte deines Pflegegeldes beziehen.

2. Die optimale Versorgung für Pflegebedürftige: Was ist die Kurzzeitpflege überhaupt?

Wie es der Name schon vermuten lässt, bezieht sich die Kurzzeitpflege auf einen festgelegt kurzen Zeitraum, in dem ein/e Pflegebedürftige/r nicht mehr zu Hause von Angehörigen oder einem Pflegedienst, sondern in einer stationären Einrichtung gepflegt wird. Das kann beispielsweise nach einem längeren Krankenhausaufenthalt der Fall sein oder auch, wenn die pflegende Person durch eine Krankheit ausfällt. Insgesamt können anerkannt Pflegebedürftige bis zu 56 Tage (also acht Wochen) im Jahr die Kurzzeitpflege nutzen und sich zum Beispiel in einem Pflegeheim versorgen lassen.

Die Kurzzeitpflege ist allerdings ausschließlich in stationären Einrichtungen möglich – und nicht zu Hause. Das hat verschiedene Vorteile: Nach einer Operation oder einer Krankheit können dich oder eine/n pflegebedürftige/n Angehörige/n geschulte Fachkräfte rund um die Uhr versorgen. Oder im Krankheitsfall des Pflegenden weiß man dich in bester Obhut, während sich der/die Betroffene in Ruhe kurieren kann. Die Kurzzeitpflege verspricht also nicht nur eine optimale Pflege, sondern lässt auch Sorgen verschwinden und schenkt Entlastung für den/die Pflegende/n.

Du hast noch keinen Pflegegrad, brauchst aber Unterstützung im Alltag? Hier erfährst du alles über den Erstantrag auf Pflege!

Übrigens: Die Kurzzeitpflege kann auch ohne Pflegegrad beantragt werden – das läuft dann aber nicht über die Pflegekasse, sondern die Krankenkasse. Die Voraussetzung dafür ist eine überraschende Pflegebedürftigkeit, die beispielsweise durch eine Krankheit oder einen Unfall auftreten kann.

3. Ab welchem Pflegegrad haben Pflegebedürftige Anspruch auf die Kurzzeitpflege?

Anspruch auf eine Kurzzeitpflege – etwa nach einem Krankenhausaufenthalt – haben alle Pflegebedürftigen mit einem anerkannten Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 oder Pflegegrad 5. Menschen mit einem Pflegegrad 1 können zwar keine finanzielle Unterstützung für eine stationäre Unterbringung beziehen, diese allerdings zum Teil mit dem Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat abrechnen – dafür einfach die Belege aufbewahren und einreichen.

Wichtig ist, dass der Antrag auf Kurzzeitpflege gestellt wird, bevor man sie nutzen möchte. Sprich also bestenfalls schon vor oder während eines Krankenhausaufenthaltes mit der Pflegekasse, um die Genehmigung rechtzeitig zu bekommen und auch genügend Zeit zu haben, eine Einrichtung für die stationäre Pflege zu finden. Die Pflegekasse unterstützt in dem Prozess mit den richtigen Formularen und dem Antrag für die Kurzzeitpflege.
Außerdem lohnt es sich, bei der Pflegekasse nachzufragen, welche stationären Einrichtungen für die Kurzzeitpflege zugelassen sind – denn nur dafür werden die Kosten in Höhe von bis zu 1.612 Euro übernommen.

Übrigens: Der Jahresmaximalbetrag von 1.612 Euro wird bei der Kurzzeitpflege unabhängig vom Pflegegrad ausgezahlt – allerdings wird er natürlich wesentlich schneller beim Pflegegrad 5 als beim Pflegegrad 2 erreicht. Die darüber hinausgehenden Kosten müssen von dem/der Pflegebedürftigen selbst getragen werden.

Anspruch auf die Kurzzeitpflege in Kürze!
  • Du bist in Pflegegrad 2 bis 5 eingestuft.
  • Du wirst normalerweise zu Hause gepflegt – entweder von Angehörigen oder einem Pflegedienst.
  • Du musst/möchtest für einen gewissen Zeitraum professionell und rund um die Uhr in einer stationären Einrichtung gepflegt werden.
  • Deine Angehörigen brauchen aus Krankheit, Urlaub oder psychischer Belastung eine Auszeit.
  • Du willst die stationäre Pflege für die Zukunft mal testen.

4. Welche Unterstützung steht Pflegebedürftigen bei der Kurzzeitpflege zu?

Bei der Kurzzeitpflege geht es selbstverständlich nicht nur um die Betreuung und Versorgung des/der Pflegebedürftigen, sondern auch um eine finanzielle Entlastung. In einem Pflegeheim fallen beispielsweise Kosten für die Unterbringung, die Verpflegung und die Pflege an sich an. Damit ein/e Pflegebedürftige/r diese Kosten nicht alleine tragen muss, unterstützt die Pflegekasse mit der Option der Kurzzeitpflege, um eine optimale Versorgung zu gewährleisten.

Wird der/die Pflegebedürftige normalerweise von Angehörigen oder Freund/innen in der häuslichen Pflege unterstützt, erhält er/sie das sogenannte Pflegegeld – davon wird während der Kurzzeitpflege die Hälfte weiterbezahlt.

Gut zu wissen: Wer kommt für weitere Kosten auf?

Reicht der Pauschalbetrag von 1.612 Euro für die Kurzzeitpflege nicht aus, muss der/die Pflegebedürftige die restlichen Kosten selbst tragen – kann er/sie sich das nicht leisten, hilft das Sozialamt oder die Angehörigen. Und: Die Kurzzeitpflege kann bei der Steuererklärung abgesetzt werden – hier steht das Finanzamt unterstützend zur Verfügung.

5. Wie unterscheidet sich die Kurzzeitpflege von der Verhinderungspflege – und wie kann man beide Pflege-Formen kombinieren?

Sowohl die Verhinderungspflege (hier erfährst du mehr über sie) als auch die Kurzzeitpflege sind als Entlastung für Angehörige gedacht, wenn diese durch Urlaub oder Krankheit ausfallen. Während die Verhinderungspflege allerdings zu Hause von einer Vertretung (zum Beispiel weiteren Angehörigen, Bekannten oder einem Pflegedienst) durchgeführt wird und ebenfalls von der Pflegekasse bezuschusst wird, muss die Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung stattfinden. Der erste Unterschied ist also der Ort der Pflege.

Doch es gibt noch mehr Dinge zu beachten: Die Verhinderungspflege fordert, dass der/die Pflegebedürftige mindestens sechs Monate vor dem Anspruch von einem/r Angehörigen oder einem professionellen Pflegedienst gepflegt wurde. Die Kurzzeitpflege kann hingegen zu jedem Zeitpunkt eingefordert werden. Außerdem bezahlt die Pflegekasse weniger Geld, wenn die Verhinderungspflege von Angehörigen ersten und zweiten Grades durchgeführt wird – hier steht dem/der Pflegebedürftigen nur das Anderthalbfache des Pflegegeldes zu.

Du musst dich aber nicht für eine der beiden Möglichkeiten entscheiden, denn die Kurzzeitpflege ist mit der Verhinderungspflege kombinierbar: Da dir als Pflegebedürftige/r pro Jahr sowohl die sechs Wochen Verhinderungspflege als auch die acht Wochen Kurzzeitpflege zustehen, kannst du sie miteinander koppeln. Ein Beispiel: Hast du in einem Jahr nicht das Kontingent der Verhinderungspflege ausgeschöpft, kannst du die Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung um maximal acht Wochen verlängern und beziehst bis zu 3.224 Euro statt der üblichen 1.612 Euro. Andersherum kann die ungenutzte Kurzzeitpflege auch auf die Verhinderungspflege übertragen werden – bei dieser Möglichkeit steht dir allerdings nur der halbe Betrag der Kurzzeitpflege zu. Damit kommst du maximal auf 2.418 Euro und kannst die Verhinderungspflege zu Hause verlängern.

Die Unterschiede zwischen Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege in Kürze!
  • Die Verhinderungspflege findet zu Hause statt, die Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung – zum Beispiel in einem Pflegeheim.
  • Die Verhinderungspflege kann maximal sechs Wochen im Jahr beansprucht werden, die Kurzzeitpflege acht Wochen pro Jahr.
  • Bei der Verhinderungspflege muss der/die Pflegebedürftige mindestens sechs Monate zuvor gepflegt worden sein, bei der Kurzzeitpflege gibt es keine vorangehende Mindestdauer an Pflegebedürftigkeit.

Noch Fragen? Gerne beantworten wir deine Fragen zur Kurzzeitpflege. Sende uns deine Fragen via hallo@deinePflege.de oder sprich persönlich mit unseren Pflegeexperten unter der Nummer: +49 7751 9299060

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