In der Pflege sollte für wirklich jede:n die passende Option dabei sein: Während du dich einerseits zu Hause von Freund:innen oder Familie pflegen lassen kannst und als finanzielle Unterstützung das Pflegegeld erhältst, ist es ebenso möglich, auf einen ambulanten Pflegedienst zurückzugreifen.

Du findest, dass beides Vorteile hat und kannst dir am besten eine Kombination aus beiden Pflege-Formen vorstellen? Auch kein Problem – in diesem Artikel stellen wir dir nämlich die Kombinationsleistung in der Pflege vor. Und verraten, wie du deine Pflege optimal auf deine Bedürfnisse abstimmen kannst. Das garantiert nicht nur die optimale Versorgung für den:die Pflegebedürftige:n und entlastet Freund:innen und Familie, sondern sorgt vor allem für eines: ein gutes Gefühl für Betroffene und Angehörige.

1. Kombinationsleistung in Kürze: Das musst du wissen!

• Die Kombinationsleistung können Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 erhalten.
• Die Kombinationsleistung setzt sich anteilig aus Pflegesachleistungen und Pflegegeld zusammen.
• Dank ihnen kann man die bestmögliche Versorgung der Pflegebedürftigen garantieren und ggf. die Angehörigen entlasten.
• Man sollte unbedingt einen Pflegevertrag mit dem Pflegedienst schließen, um sich rechtlich abzusichern.
• Die Kombinationsleistung ist für sechs Monate verbindlich.

2. Pflegebedürftigkeit: Was ist eine Kombinationsleistung in der Pflege?

Die Kombinationsleistung ist unter verschiedenen Begriffen bekannt: Man kann sie ebenso als Kombipflege oder Kombinationspflege bezeichnen. Gemeint ist damit die Verbindung aus den zwei verschiedenen Formen der Pflege-Unterstützung, die bei der häuslichen Pflege bezogen werden können: dem Pflegegeld und den Pflegesachleistungen. Du weißt nicht, was sie bedeuten?

Dann hier nochmal beide Formen der Pflege in Kürze:

Pflegegeld: Das Pflegegeld erhält der:die Pflegebedürftige von der Pflegekasse, wenn er:sie zu Hause von Angehörigen oder Freunden gepflegt wird – diese finanzielle Unterstützung soll an die Pflegenden weitergegeben werden, um eine Aufwandsentschädigung für ihre Bemühungen zu schaffen. Der monatliche Betrag wird je nach Pflegegrad festgelegt. (Du willst mehr erfahren? Dann bitte hier entlang …)

Pflegesachleistungen: Mit Pflegesachleistungen ist die Finanzierung der Dienstleistungen eines ambulanten Pflegedienstes oder einer Tages- bzw. Nachtpflege gemeint. Auch hier hat der:die Pflegebedürftige je nach Pflegegrad einen Anspruch auf Pflegesachleistungen, die von den Pflegekassen übernommen werden. (In diesem Artikel erklären wir nochmal ausführlich die Pflegesachleistungen.)

Der Fokus liegt bei der Kombinationsleistung also auf der individuellen Abstimmung auf die Bedürfnisse des:der Pflegebedürftigen – denn darum geht es natürlich in der Pflege. Ein Beispiel: Die Familie entscheidet, die häusliche Pflege eines Angehörigen zu übernehmen – kann diesem Wunsch aus beruflichen Gründen allerdings nicht die komplette Zeit nachkommen oder ist der Pflege nicht alleine gewachsen. In diesem Fall kann man sich zu einem bestimmten Prozentsatz von einem ambulanten Pflegedienst helfen lassen und erhält weiterhin eine angepasste Summe des Pflegegeldes. So musst du dich keineswegs auf eine Pflege-Form festlegen, sondern kannst dank der Kombinationsleistung sowohl die Hilfe durch einen ambulanten Pflegedienst beziehen als auch auf das Pflegegeld für die Pflege durch Freund:innen oder Familie zurückgreifen.

Gut zu wissen: Länge der Kombinationsleistung

Der:die Pflegebedürftige ist mindestens sechs Monate an die Kombinationsleistung gebunden – wobei sie je nach Verschlechterung des Zustands angepasst werden kann. In dem Fall würde der Prozentsatz der Pflegesachleistungen steigen und entsprechend weniger Pflegegeld ausgezahlt werden.

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3. Wie setzt sich die Kombinationsleistung in der Pflege zusammen?

Bei der Kombinationsleistung bezieht man ab Pflegegrad 2 weder zu 100 Prozent sein Pflegegeld noch die Pflegesachleistungen, sondern kombiniert beide Optionen anteilig. Dabei geht man immer davon aus, wie viel Prozent der Pflegesachleistungen – also der Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst – ausgeschöpft wurden und berechnet im nächsten Schritt das übrige Pflegegeld. Selbstverständlich gilt auch hier: Je höher der Pflegegrad, desto mehr (finanzielle) Unterstützung steht dem:der Pflegebedürftigen zu.

Die Kombinationsleistung wird also anteilig eingesetzt: Beziehst du beispielsweise zu 70 Prozent eine Pflegesachleistung, bekommst du nur noch 30 Prozent des entsprechenden Pflegegeldes.

Gut zu wissen: Deshalb lohnt sich die Kombinationsleistung in der Pflege!

• Die Angehörigen können entlastet werden.
• Eine professionelle Pflegekraft hat die Pflege im Blick und kann sie ggf. optimieren.
• Die bestmögliche Versorgung für den:die Pflegebedürftigen wird garantiert.

4. Wer hat Anspruch auf die Kombination verschiedener Pflegeleistungen?

Die Kombinationsleistung kann ab dem Pflegegrad 2 beantragt werden – denn sowohl für das Pflegegeld als auch für die Pflegesachleistungen beginnen ab diesem Grad die Ansprüche für eine:n Pflegebedürftige:n. Natürlich muss deine Pflegebedürftigkeit hierfür zunächst nachgewiesen, anerkannt und in einen der fünf Pflegegrade eingestuft werden. Sobald du also das Gefühl hast, Unterstützung bei der Bewältigung deines Alltages zu benötigen, solltest du schnellstens einen Antrag auf Pflegeleistungen stellen. (In diesem Artikel erklären wir, wie du deine Pflegeleistungen ganz einfach und schnell beantragen kannst.)

Ob die Kombinationsleistung allerdings die richtige Wahl für dich ist, musst du selbst entscheiden. Hier lohnt sich ein ehrliches Gespräch mit den Angehörigen und Freund:innen, die für eine Pflege in Frage kommen. Denn selbst, wenn sie die komplette Pflege gerne für dich übernehmen würden, können Job, Familie oder ein entfernter Wohnsitz zum Problem werden – und die Kombinationsleistung zu einer dankbaren Option machen.

*Übrigens: Im Pflegegrad 1 gehst du nicht komplett leer aus – hier wird der für alle Pflegebedürftige fixe Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro ausgezahlt. *

Gut zu wissen: Anspruch auf die Kombinationsleistung!

• Du hast bei der Pflegekasse einen Antrag auf Pflege gestellt.
• Dein Wunsch nach Pflege wurde anerkannt.
• Du bist in Pflegegrad 2 bis 5 eingestuft.
• Du wirst zu Hause gepflegt.
• Du benötigst die Pflegesachleistungen nicht zu 100 Prozent und möchtest, dass Freund:innen oder Angehörige auch einen Teil deiner Pflege übernehmen können.

5. Kombinationsleistung berechnen: So geht‘s!

Beispielhafte Rechnung:
Einem:einer Pflegebedürftigen in Pflegegrad 3 steht entweder ein Pflegegeld in Höhe von 545 Euro oder die Pflegesachleistungen in Höhe von 1.298 Euro zu. Werden nun 908,60 Euro pro Monat für einen ambulanten Pflegedienst ausgegeben, entspricht das 70 Prozent des Gesamtbetrags.

908,60 Euro von 1.298 Euro = 70 Prozent der Pflegesachleistungen

Dementsprechend wird das Pflegegeld auf 30 Prozent gekürzt – so setzt sich nämlich aus beiden Möglichkeiten der Pflege (70 Prozent Pflegesachleistungen und 30 Prozent Pflegegeld) ein 100-prozentiger Pflegeanspruch zusammen. Um die monatliche Summe des Pflegegeldes zu berechnen, nimmt man 30 Prozent des Pflegegeldes in Pflegegrad 3:

545 Euro Pflegegeld x 0,3 (30 Prozent) = 163,50 Euro

Der:die Pflegebedürftige erhält also zu den 70 Prozent Pflegeleistungen noch monatlich 163,50 Euro Pflegegeld von der Pflegekasse.

6. Tipp: Das ist ein Pflegevertrag und deshalb lohnt er sich!

Ein Pflegevertrag ist wichtig, wenn man als Pflegebedürftige:r mit einem ambulanten Pflegedienst zusammenarbeitet – hier wird nämlich unter anderem schriftlich festgehalten, welche Dienstleistungen man bezieht, wie viel diese kosten und wer in einem Schadensfall haftet. Das garantiert nicht nur beim Bezug von Pflegesachleistungen eine nachvollziehbare Versorgung, sondern ist auch bei der Kombinationsleistung entscheidend. Schließlich müssen hier die genauen Pflegeleistungen und Kosten festgehalten werden, um das anteilige Pflegegeld ordnungsgemäß zu beziehen.

Den Pflegevertrag schließt der:die Pflegebedürftige schriftlich mit dem ambulanten Pflegedienst – hier sollte man unbedingt darauf achten, eine schriftliche Kopie des Vertrages zu erhalten. Schon vor Beginn der Pflege ist es wichtig, die Leistungen und entsprechenden Kosten im Pflegevertrag festzuhalten. So ist nicht nur klar vereinbart, in welcher Form sich um den:die Pflegebedürftige gekümmert wird, sondern auch ersichtlich, ob die Pflegekassen die kompletten Kosten tragen. Auch die Bitte nach einem Kostenvoranschlag ist an dieser Stelle absolut legitim und sehr empfehlenswert.

Daneben gehört in den Pflegevertrag das Recht auf eine Kopie der Leistungsnachweise, mit denen der gewählte Pflegedienst später mit der Pflegekasse abrechnet, der Wunsch nach einer Pflegedokumentation, die der:die Pflegende stets über den:die Pflegebedürftige:n führen sollte, eine Kündigungsfrist, die Haftung im Schadensfall und die Art der Rechnung.

Während es bei der Kündigungsfrist wichtig ist, als Pflegebedürftige:r auf das Recht einer fristlosen Kündigung zu bestehen, kann man für den Pflegedienst eine längere Frist einräumen – allerdings sollte diese klar im Pflegevertrag festgelegt werden. Und im Schadensfall im Haus oder der Wohnung des:der Pflegebedürftigen sollte immer der Pflegedienst für den:die Mitarbeiter:in haften.

Tipp: Unbedingt aufmerksam das Kleingedruckte lesen und bei Unklarheiten den:die Vertragspartner:in fragen – sonst kann es am Ende zu unglücklichen Missverständnissen kommen.

Gut zu wissen: Das muss im Pflegevertrag stehen!

• Leistungen und Kosten
• Kopie der Leistungsnachweise
• Kündigungsfrist
• Pflegedokumentationen
• Haftung
• Rechnung

Noch Fragen? Gerne beantworten wir deine Fragen zu der Kombinationsleistung. Sende uns deine Fragen via hallo@deinePflege.de oder sprich persönlich mit unseren Pflege-Expert:innen unter der Nummer: +49 7751 9299060