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Wer sind Young Carer?

Die Definition und Merkmale von Young Carern

Lesedauer: 18 Minuten
Autor: Ella Rohrhirsch
Erstellt: 14.5.2023

In unserer Gesellschaft gibt es eine Gruppe von jungen Menschen, die oft übersehen oder vergessen werden: Young Carer beziehungsweise junge Pflegende. Es handelt sich dabei um Kinder und Jugendliche, die Verantwortung für die Pflege eines kranken, behinderten oder alten Familienmitglieds übernehmen. Diese jungen Menschen sind häufig mit enormen Belastungen und Herausforderungen konfrontiert, die ihre körperliche und psychische Gesundheit sowie ihre Bildung und ihre Zukunftsperspektiven beeinflussen können. Dennoch sind sie oft unsichtbar und werden nicht ausreichend unterstützt. In diesem Text wollen wir uns mit der Frage beschäftigen: Wer sind Young Carer? Dafür setzen wir uns mit der Definition und dem Konzept junger Pflegender aus, betrachten wichtige Fakten und Zahlen, beleuchten die Bedeutung junger Pflegender für die Gesellschaft und untersuchen verschiedene Gruppen von jungen Pflegenden sowie typische Merkmale und Hintergründe von Young Carern.

1. Wer sind Young Carer?

1.1 Definition der Young Carer

Der Begriff "Young Carer" (deutsch: Junge Pflegende) bezieht sich auf Kinder und Jugendliche und damit Minderjährige, die regelmäßig und langfristig im hohen Umfang Verantwortung für die Pflege eines Familienmitglieds übernehmen, das aufgrund einer körperlichen oder geistigen Behinderung, einer chronischen Krankheit oder einer altersbedingten Einschränkung Unterstützung benötigt. Junge Pflegende übernehmen dann die Rolle der Pflegeperson und kümmern sich um das Wohlbefinden und die Bedürfnisse dieses Familienmitglieds. Aufgaben, die sie übernehmen, können körperliche Unterstützung, emotionale Betreuung oder das Organisieren von Arztterminen und Medikamenten umfassen.

Die Verantwortung der jungen Pflegenden kann oft weit über die eigentliche Pflege hinausgehen. Junge Pflegende müssen möglicherweise auch den Haushalt führen, Geschwister betreuen und sich um die Eltern kümmern. Pflegende Kinder und Jugendliche sind deshalb teilweise mit sehr hohen psychischen und körperlichen Anforderungen konfrontiert. Sie erleben tagtäglich, wie sich Erkrankungen wie zum Beispiel Krebs oder Multiple Sklerose auf ihre Liebsten auswirken.

Die eigene Kindheit oder Jugend mit den anfallenden Pflegeaufgaben zu vereinen, ist eine besonders große Herausforderung. Neben körperlichen und psychischen Folgen kann eine umfangreiche Pflegeaufgabe von Kindern und Jugendlichen auch zu sozialer Isolation und schlechteren Bildungs- und Arbeitschancen auf dem Arbeitsmarkt führen. Häufig haben Young Carer nicht genügend Zeit, um ihre Hausaufgaben zu erledigen oder für Prüfungen zu lernen, was dazu führen kann, dass sie schlechtere Noten haben oder sogar den Schulabschluss nicht schaffen. In solch einem Fall ist die Pflegebedürftigkeit eines Familienmitglieds nicht nur eine Angelegenheit der betroffenen Familie, sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Die Gesellschaft hat eine Verantwortung, sicherzustellen, dass junge Pflegende und ihre Familien die Unterstützung und Ressourcen erhalten, die sie benötigen, um ihre Pflegeverantwortung erfolgreich zu bewältigen. Doch obwohl Young Carer mit besonderen Problemen konfrontiert sind, findet ihre Situation in der Öffentlichkeit kaum Beachtung.

Ebenso wie die Datenlage über Zahlen und Fakten über Young Carer dünn ist, sind spezifische Unterstützungsangebote rar. Dabei benötigen insbesondere pflegende Kinder und Jugendliche Aufmerksamkeit und Hilfe, damit es nicht zu Überforderung und gesundheitlichen Problemen kommt. Umso wichtiger ist es, dass das Konzept der Young Carer in der Gesellschaft anerkannt wird, dass sie „sichtbarer” werden und mehr Aufmerksamkeit erhalten, damit Maßnahmen ergriffen werden können, um sie und ihre Familien zu unterstützen.

1.2 Alter

Young Carer können in jedem Alter auftreten, die meisten sind jedoch zwischen 12 und 18 Jahren alt. In dieser Altersgruppe müssen sie sich oft zwischen Schule und Pflegeaufgaben aufteilen und können daher unter Zeitdruck und Überforderung leiden. Jüngere Kinder im Kindergarten- oder Grundschulalter, die sich um ihre pflegebedürftigen Eltern oder Geschwister kümmern, können ebenfalls vorkommen. Sie übernehmen meist einfachere Aufgaben wie das Zubereiten von Mahlzeiten oder das Putzen des Hauses.

1.3 Geschlecht

Sowohl Mädchen als auch Jungen können zu Young Carern werden, jedoch sind Mädchen oft stärker von der Pflege betroffen als Jungen. Zusätzlich gibt es Unterschiede in den Aufgaben, die sie übernehmen. Mädchen sind häufig für die Pflege von Angehörigen zuständig, während Jungen eher für die Erledigung von Aufgaben wie Einkaufen oder Gartenarbeit verantwortlich sind. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass dies nur ein grober Trend ist und dass es immer Ausnahmen geben kann.

1.4 Wichtige Fakten und Zahlen

Die genaue Anzahl der Young Carer weltweit ist schwierig zu bestimmen, da es kein einheitliches Erfassungssystem gibt. Young Carer tragen selbst zu ihrer Unsichtbarkeit bei, da sie ihre Pflegetätigkeit in vielen Fällen selbstverständlich übernehmen und sie deshalb nicht als solche wahrnehmen oder sich schämen, zum Beispiel über damit verbundene Tätigkeiten wie die Intimpflege zu sprechen.

Schätzungen zufolge gibt es jedoch allein in Europa etwa 6 bis 8 Millionen junge Pflegende, die Verantwortung für ein Familienmitglied übernehmen. In Großbritannien sind etwa 700.000 Kinder und Jugendliche als Young Carer registriert, während in den USA etwa 1,3 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren als Pflegende tätig sind.

In Deutschland gibt es noch keine verlässlichen Zahlen über die Anzahl der jungen Pflegenden. Schätzungen gehen aber davon aus, dass es hierzulande etwa 250.000 bis 500.000 junge Pflegende gibt.

2. Gründe für die Übernahme der Pfleger durch Young Carer

Junge Pflegende haben oft gemeinsame Merkmale und Hintergründe, die ihre Erfahrungen beeinflussen können.

Einige typische Merkmale und Hintergründe sind:

Sozioökonomischer Status

Young Carer kommen aus allen sozialen Schichten und Hintergründen. Es gibt jedoch einige Merkmale, die auf bestimmte Gruppen von Young Carern zutreffen. Zum Beispiel sind Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien eher gefährdet, Young Carer zu werden. Wenn die Familie kein Geld für eine professionelle Pflegekraft hat, sind die Kinder oft die einzige Option. Gleichzeitig können Young Carer aus wohlhabenden Familien stammen, wo sie jedoch aufgrund von Scham oder Stolz ihre Pflegeaufgaben nicht öffentlich machen. In diesen Fällen können die Young Carer unter einem zusätzlichen emotionalen Stress leiden.

Herkunft

Auch der Migrationshintergrund kann eine Rolle spielen. Kinder und Jugendliche, die in Familien mit Migrationshintergrund aufgewachsen sind, können häufiger zu Young Carern werden. Das liegt oft daran, dass in vielen Kulturen die Pflege von Familienmitgliedern als selbstverständlich angesehen wird und die Familie als Einheit betrachtet wird, die sich gegenseitig unterstützt. In einigen Kulturen kann auch der Glaube eine Rolle spielen. Es kann sein, dass die Familie sich darauf verlässt, dass Gott oder eine höhere Macht den kranken oder pflegebedürftigen Familienmitgliedern helfen wird, anstatt professionelle Unterstützung zu suchen.

Suchterkrankung

Ein weiterer Hintergrund, der zu Young Carern führen kann, ist das Vorhandensein von Suchterkrankungen in der Familie. Kinder und Jugendliche, die in Familien aufwachsen, in denen Alkoholismus, Drogenabhängigkeit oder Spielsucht vorkommen, können häufiger zu Young Carern werden. Sie übernehmen oft Verantwortung für jüngere Geschwister oder müssen sich um ihre Eltern kümmern.

Psychische Erkrankung

Eine weitere Gruppe von Young Carern sind Kinder und Jugendliche, deren Eltern oder Geschwister an einer psychischen Erkrankung leiden. Hier ist ein Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein einer psychischen Erkrankung in der Familie und der Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind oder Jugendlicher zum Young Carer wird, deutlich erkennbar. Kinder und Jugendliche, die in solchen Familien aufwachsen, müssen oft mit der instabilen Stimmung und dem unvorhersehbaren Verhalten ihrer Angehörigen umgehen. Das kann dazu führen, dass sie sich übermäßig verantwortlich fühlen und versuchen, die Situation unter Kontrolle zu bringen.

3. Die Bedeutung der Rolle von Young Carern

Junge Pflegende spielen eine wichtige Rolle in der Gesellschaft, da sie dazu beitragen, die Lücke in der Pflege zu schließen, die durch den Mangel an professionellen Pflegekräften entsteht. Sie übernehmen Verantwortung für ihre Familienmitglieder und tragen dazu bei, dass sie in ihrem Zuhause bleiben und nicht in Pflegeheime oder Krankenhäuser eingewiesen werden müssen. Dadurch wird nicht nur die Lebensqualität des Pflegebedürftigen gesteigert, sondern auch die der ganzen Familie. Sie entlasten ihre Eltern oder Großeltern, die sich um den Pflegebedürftigen kümmern und oft selbst überfordert sind. Ohne die Hilfe der Young Carer müssten die Eltern oder Großeltern eventuell ihre Arbeit aufgeben oder weniger arbeiten, um sich um den Pflegebedürftigen zu kümmern. Das würde zu finanziellen Schwierigkeiten führen und möglicherweise dazu, dass die Familie ihre Wohnung oder ihr Haus aufgeben müsste. Ohne die Unterstützung von jungen Pflegenden würden viele Familien außerdem vor schwierigen Entscheidungen stehen, die auch finanzielle und emotionale Konsequenzen haben können.

Auch für die Gesellschaft insgesamt haben Young Carer eine wichtige Bedeutung. Durch ihre Arbeit entlasten sie das Gesundheitssystem, da Pflegebedürftige, die von ihren Angehörigen betreut werden, nicht in ein Pflegeheim umziehen müssen. Dadurch werden Kosten gespart und Ressourcen geschont. Gleichzeitig tragen die Young Carer dazu bei, dass die Pflegebedürftigen möglichst lange selbstständig bleiben können und nicht auf fremde Hilfe angewiesen sind. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen.

Zum anderen leisten Young Carer einen wichtigen Beitrag zur Solidarität in der Gesellschaft. Sie zeigen, dass es möglich ist, sich um schwächere Mitglieder der Gemeinschaft zu kümmern und füreinander da zu sein. Dadurch wird das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und die Zusammenarbeit in der Gesellschaft gefördert. Die Arbeit der Young Carer trägt dazu bei, dass die Gesellschaft insgesamt solidarischer wird und sich um die Schwächsten kümmert.

Die Arbeit der Young Carer hat aber nicht nur einen praktischen Nutzen. Sie leisten auch einen wichtigen emotionalen Beitrag. Sie zeigen ihrem Familienmitglied, dass es nicht allein ist und dass es auf die Unterstützung der Familie zählen kann. Das kann dazu beitragen, dass sich der Pflegebedürftige besser fühlt und es fördert seine Selbstständigkeit und Autonomie. Das kann zu einer Stärkung des Familienzusammenhalts beitragen. Gleichzeitig lernen die Young Carer durch ihre Arbeit wichtige Fähigkeiten, die auch für ihre Zukunft von Bedeutung sind. Sie übernehmen Verantwortung und entwickeln ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse anderer und lernen, wie wichtig es ist, sich um Mitmenschen zu kümmern. Das kann zu einer Stärkung ihres Selbstbewusstseins und ihres Selbstwertgefühls beitragen. Außerdem lernen sie, mit schwierigen Situationen umzugehen und Probleme zu lösen. Das sind wichtige Kompetenzen, die auch in anderen Bereichen des Lebens von Bedeutung sind.

4. Unterschiedliche Pflegesituationen von Young Carern

Junge Pflegende sind keine homogene Gruppe. Sie unterscheiden sich in Bezug auf Alter, Geschlecht, ethnischer Hintergrund, Art der Pflegeaufgaben und sozioökonomischen Status.

Im Folgenden werden einige der Gruppen von jungen Pflegenden vorgestellt.

Geschwisterpflege Geschwisterpflege ist eine häufige Form der jungen Pflege, bei der ein älteres Geschwisterkind die Verantwortung für ein jüngeres Geschwisterkind mit Behinderung oder chronischer Krankheit übernimmt. Dies kann bedeuten, dass das ältere Geschwisterkind Aufgaben wie Füttern, Baden oder Anziehen übernimmt und sich um das jüngere Geschwisterkind kümmert, während die Eltern arbeiten oder andere Verpflichtungen haben.

Die Geschwisterpflege stellt eine einzigartige und oft schwierige Situation dar, weil die älteren Geschwister oft gezwungen sind, frühzeitig erwachsen zu werden und eine Verantwortung zu übernehmen, die normalerweise von Erwachsenen wahrgenommen wird.

Es ist wichtig zu betonen, dass Geschwisterpflege auch positive Aspekte haben kann. Durch die Übernahme von Pflegeaufgaben können ältere Geschwister eine tiefe Verbundenheit zu ihren jüngeren Geschwistern aufbauen und eine stärkere Beziehung zu ihnen entwickeln.

Pflege von Eltern mit chronischen Krankheiten Manchmal übernehmen junge Menschen die Verantwortung für die Pflege ihrer Eltern, die aufgrund von körperlichen oder geistigen Einschränkungen Unterstützung benötigen. Dies kann bedeuten, dass sie sich um Hausarbeiten, Einkäufe und Arzttermine kümmern oder ihre Eltern bei alltäglichen Aktivitäten wie Anziehen oder Waschen unterstützen.

Eine der Herausforderungen bei der Pflege von Eltern mit chronischen Krankheiten durch Young Carer ist, dass sie oft gezwungen sind, ihre eigene Zeit und ihre eigenen Aktivitäten zugunsten ihrer Pflegeaufgaben aufzugeben. Young Carer müssen oft unerwartete Aufgaben übernehmen und sich schnell an sich ändernde Bedürfnisse und Anforderungen anpassen. Dies erfordert eine hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, um den Bedürfnissen ihrer Eltern gerecht zu werden.

Pflege von Eltern mit psychischen Krankheiten Eine weitere Gruppe von Young Carern sind Kinder und Jugendliche, deren Eltern oder Geschwister an einer psychischen Erkrankung leiden. Das können zum Beispiel Depressionen, Angststörungen oder Schizophrenie sein. Diese jungen Pflegepersonen übernehmen oft Aufgaben wie die Haushaltsführung, das Einkaufen oder die Unterstützung bei der Kommunikation mit Ämtern und Behörden. Sie müssen sich mit schwierigen Emotionen und Verhaltensweisen auseinandersetzen und lernen, wie man mit psychischen Erkrankungen umgeht.

Eine der Herausforderungen bei der Pflege von Eltern mit psychischen Krankheiten durch Young Carer ist, dass sie oft mit unvorhersehbaren Situationen konfrontiert werden. Es kann sein, dass Eltern mit psychischen Krankheiten sich unvorhersehbar verhalten, was dazu führen kann, dass Young Carer nicht immer wissen, wie sie reagieren sollen. Sie müssen oft die Rolle des Fürsorgers übernehmen, was zu einem Rollenwechsel innerhalb der Familie führen kann.

Es ist auch wichtig zu betonen, dass Kinder und Jugendliche, die sich um Familienmitglieder mit psychischen Krankheiten kümmern, einem höheren Risiko für psychische und körperliche Gesundheitsprobleme ausgesetzt sind, wie zum Beispiel Depressionen, Angststörungen und Stress.

Pflege von Eltern mit körperlicher oder geistiger Behinderung Eine dritte Gruppe von Young Carern sind Kinder und Jugendliche, deren Eltern oder Geschwister an einer körperlichen oder geistigen Behinderung leiden. Diese jungen Pflegepersonen sind oft gezwungen, körperlich anstrengende Aufgaben zu übernehmen wie die Körperpflege, die Begleitung zu Arztterminen, die Unterstützung beim Essen und Trinken oder bei der Fortbewegung. Sie müssen lernen, mit körperlichen Einschränkungen umzugehen und sich an den Bedürfnissen ihrer Familienmitglieder zu orientieren.

Es ist auch wichtig zu betonen, dass die Pflege von Eltern mit körperlicher oder geistiger Behinderung durch Young Carer emotional belastend sein kann. Sie können sich Sorgen um die Gesundheit ihrer Eltern machen, sich überfordert und gestresst fühlen und möglicherweise auch mit Gefühlen der Traurigkeit und Verzweiflung konfrontiert werden.

Pflege von Eltern mit Suchtkrankung Eine weitere Gruppe von Young Carern sind Kinder und Jugendliche, deren Eltern oder Geschwister an einer Suchterkrankung leiden. Diese jungen Pflegepersonen übernehmen oft Aufgaben wie die Haushaltsführung, die Betreuung von Geschwistern oder die Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagsproblemen.

Die Pflege von Eltern mit Suchterkrankung ist eine besonders schwierige Aufgabe für Young Carer. Suchterkrankungen können das Verhalten und die Stimmungen von Familienmitgliedern stark beeinflussen und häufig zu Konflikten und instabilen Verhältnissen innerhalb der Familie führen.

Young Carer, die sich um Familienmitglieder mit Suchterkrankungen kümmern, müssen oft beispielsweise mit Aggressionen, Vernachlässigung oder Unzuverlässigkeit umgehen. Sie können auch gezwungen sein, in einer instabilen Umgebung zu leben, in der Drogen oder Alkohol konsumiert werden.

Pflege von Großeltern oder anderen Verwandten Manche jungen Menschen übernehmen auch die Verantwortung für die Pflege von Großeltern oder anderen Verwandten, die Unterstützung benötigen. Dies kann aufgrund von körperlichen oder geistigen Einschränkungen oder Altersbedingungen der Fall sein. So müssen sie möglicherweise mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen umgehen, die die Pflegebedürftigen betreffen, wie zum Beispiel Demenz oder Parkinson-Krankheit. Auch können sie sich um die Bewältigung von Krankenhausaufenthalten oder Arztbesuchen kümmern müssen oder das Kochen, Einkaufen, die Verwaltung von Medikamenten und die Unterstützung bei der persönlichen Hygiene übernehmen. Auch emotionale Unterstützung und Gesellschaft leisten können eine wichtige Rolle spielen, da ältere Verwandte häufig alleine leben und sich einsam fühlen.

5. Fazit

Young Carer sind eine wichtige und oft übersehene Gruppe von jungen Menschen, die Verantwortung für die Pflege von Familienmitgliedern übernehmen. Die Übernahme der Pflege durch Young Carer geschieht oft aus sozioökonomischen und familiären Gründen, aber auch Sucht- und psychische Erkrankungen der Pflegebedürftigen eine Rolle spielen können. Diese jungen Pflegenden sind oft mit enormen Belastungen und Herausforderungen konfrontiert, die ihre körperliche und psychische Gesundheit sowie ihre Bildung und ihre Zukunftsperspektiven beeinflussen können. Dennoch sind sie oft unsichtbar und nicht ausreichend unterstützt.

Es ist wichtig, dass die Öffentlichkeit und die Politik mehr Bewusstsein für das Thema schaffen und Maßnahmen ergreifen, um junge Pflegende und ihre Familien zu unterstützen. Dazu gehören die Schaffung von Unterstützungsangeboten wie Beratungsdiensten, finanzielle Unterstützung, flexible Arbeits- und Schulbedingungen und die Förderung von Forschung und Bildung.

Letztendlich müssen wir uns als Gesellschaft bewusst werden, dass die Pflege von Familienmitgliedern eine gemeinsame Verantwortung ist und dass wir alle dazu beitragen müssen, die Bedürfnisse von jungen Pflegenden und ihren Familien zu erfüllen.

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