1. Verschlimmerungsantrag zur Höherstufung des Pflegegrads: Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn ein Pflegegrad nicht mehr zur Pflegesituation passt – etwa, weil sich der gesundheitliche Zustand verschlechtert hat – kannst du mit einem kurzen Brief an die Pflegekasse eine Höherstufung des Pflegegrads beantragen. Dieser wird auch Änderungsantrag, Verschlimmerungsantrag oder Verschlechterungsantrag genannt.
  • Darauf folgt ein erneuter Besuch des MDs oder von MEDICPROOF.
  • Werden bei dieser Begutachtung alle Voraussetzungen für einen höheren Pflegegrad erfüllt, wirst du oder dein:e Angehörige:r hochgestuft. Damit steigen auch die Ansprüche auf Pflegeleistungen.
  • Pflegebedürftige können alle sechs Monate eine Neubegutachtung ihres Pflegegrads einfordern.
  • Unbedingt beachten: Aus einer neuen Begutachtung kann auch eine Herabstufung resultieren.

2. Pflegegrad Höherstufung: Was ist ein Verschlimmerungsantrag?

Die gesundheitliche Situation eines:einer Pflegebedürftigen kann sich ständig verändern. Im besten Fall natürlich zum Besseren – manchmal leider aber auch zum Schlechteren. Genauso wie Krankheitsschübe physische und psychische Einschränkungen verschlimmern können, können sich im Laufe der Pflegebedürftigkeit auch neue Krankheitsbilder auftun. Für dich als Pflegebedürftige:n kann das bedeuten: Deine Pflegesituation verändert sich so, dass du mehr Unterstützung als bisher zur Bewältigung deines Alltags brauchst – und dein Pflegegrad nicht mehr zu dir und deinen Pflegebedürfnissen passt. Dann steht es dir zu, eine Höherstufung deines Pflegegrads zu beantragen: Mit einem höheren Pflegegrad kann dabei nicht nur nur die finanzielle Unterstützung steigen – auch externe Hilfe, etwa durch einen ambulanten Pflegedienst, kann so erst möglich oder noch intensiviert werden.

Um in einen höheren Pflegegrad eingestuft zu werden, musst du einen Höherstufungsantrag bei deiner Pflegekasse oder der deines:deiner Angehörigen stellen. Dieser wird auch Änderungsantrag, Verschlimmerungsantrag oder Verschlechterungsantrag genannt.

3. Pflegegrad Höherstufung: Voraussetzungen für den Verschlimmerungsantrag

Um eine Höherstufung eines Pflegegrads zu beantragen, musst du oder dein:e Angehörige:r bereits eine Pflegebedürftigkeit und damit einen Pflegegrad anerkannt bekommen haben. Schließlich forderst du mit dem Höherstufungsantrag eine neue und nicht die erste Einstufung ein.

Übrigens: Genau wie beim Erstantrag auf einen Pflegegrad (hier erfährst du alles darüber und wie du ihn mit DeinePflege.de in weniger als 15 Minuten stellst!) wird auch beim Verschlimmerungsantrag kein konkreter Pflegegrad beantragt, sondern eine generelle Einschätzung.


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Manchmal kann es dabei schwer fallen, objektiv einzuschätzen, inwiefern sich dein Gesundheitszustand oder der deines:deiner Angehörigen verschlechtert hat. Schließlich bist du im Zweifel jeden Tag mit der Situation konfrontiert. Wenn du dir also unsicher bist, ob sich die Anforderungen an die Pflege wirklich drastisch verändert haben oder befürchtest, diesen Eindruck falsch wahrzunehmen, ist es ratsam, die gesundheitliche Situation noch einmal professionell einschätzen zu lassen. Dabei kann der medizinische Rat des behandelnden Arztes oder der behandelnden Ärztin genauso helfen wie eine Einschätzung des ambulanten Pflegepersonals, das eventuell schon für die Pflege vorbeikommt. Auch solltest du unbedingt die Beratungsbesuche, die Pflegebedürftigen mindestens einmal jährlich kostenlos zustehen, wahrnehmen. Sie können deinen Eindruck nämlich ebenfalls unterstreichen: Stellt ein:e Berater:in Veränderungsbedarf fest, vermerkt er:sie dieses in seinem:ihrem Bericht – was dir dabei helfen kann, dein Anliegen hervorzuheben.

Generell steht Pflegebedürftigen alle sechs Monate der Antrag auf eine Pflegegrad Höherstufung zu – in Sonderfällen, wenn sich etwa der Gesundheitszustand extrem schnell verschlechtert, auch früher.

Hier erfährst du noch einmal detailliert, welche Pflegeleistungen dir bei welchem Pflegegrad zustehen und welche Voraussetzungen jeweils nötig sind:

4. Pflegegrad Höherstufung: So stellst du einen Verschlimmerungsantrag

Um eine Pflegegrad Höherstufung zu beantragen reicht ein formloser Brief an deine Pflegekasse oder, wenn du bevollmächtigt bist, die deines:deiner Angehörigen mit der Bitte auf Höherstufung. Die zuständige Pflegekasse meldet sich daraufhin mit einem Formular und unter Umständen einem erneuten Begutachtungstermin des Medizinischen Diensts der Krankenkassen (MD) oder von MEDICPROOF bei dir. In einem zweiten Begutachtungstermin werden Gutachter:innen die Pflegesituation neu einschätzen und einen gegebenenfalls höheren Pflegegrad neu zu ermitteln. Wie das abläuft, erfährst du hier.


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Wie du bereits von deinem Erstantrag auf einen Pflegerad weißt, folgen die Gutachter:innen einem festgelegten Begutachtungskatalog mit einem Punktesystem. Je nach Punktzahl, die hier am Ende steht, wird Pflegebedürftigen ein Pflegegrad zugeordnet.

Was du dabei immer in deine Überlegungen miteinbeziehen solltest: Jeder Verschlimmerungsantrag mit der Absicht auf eine Höherstufung des Pflegegrads bringt auch das Risiko einer Herabstufung mit sich – also das genaue Gegenteil dessen, was du erreichen möchtest. Denn nach dem Antrag auf Pflegegrad Höherstufung kann der MD oder MEDICPROOF im Zuge des Punktesystems auch zum gegenteiligen Ergebnis kommen: Dass du oder dein:e Angehörige:r nicht mehr, sondern weniger Unterstützung benötigt.

5. Pflegegrad Höherstufung: Das passiert nach dem Verschlimmerungsantrag

Die Pflegekasse hat nun also deinen Verschlimmerungsantrag erhalten und mit dir einen erneuten Begutachtungstermin vereinbart. In diesem stellt der MD oder MEDICPROOF die Pflegesituation des:der Pflegebedürftigen erneut fest. Um dem Risiko einer Herabstufung entgegenzuwirken und deine Einschätzung deutlich zu machen, solltest du dich auf diesen Termin gut vorbereiten: Halte also sämtliche Arztbriefe, Medikamentenpläne und vielleicht sogar ein Pflegetagebuch, das den Pflegealltag dokumentiert, bereit. Diese Dokumente bieten einen guten, objektiven Überblick über Veränderungen im Pflegealltag und verdeutlichen schnell, in welchen Situationen noch mehr oder eine veränderte Unterstützung erforderlich ist.

Im Optimalfall stimmt das Ergebnis des Gutachtens mit deinem Eindruck überein – und dir beziehungsweise deinem:deiner Angehörigen wird ein höherer Pflegegrad und damit auch mehr Pflegeleistungen zugewiesen. Bist du mit dem Ergebnis der erneuten Begutachtung nicht zufrieden, kannst du, wie auch nach dem Erstantrag auf einen Pflegegrad, innerhalb eines Monats Widerspruch bei deiner Pflegekasse einlegen.

Noch Fragen? Gerne beantworten wir deine Fragen zum Verschlimmerungsantrag zur Pflegegrad Höherstufung. Sende uns deine Fragen per Mail an hallo@deinePflege.de oder sprich persönlich mit unseren Pflege-Expert:innen unter der Nummer: +49 7751 9299060.