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Der MEDIZINISCHE DIENST der Krankenkassen

Deine optimale Vorbereitung auf die Begutachtung der PflegebedĂŒrftigkeit

Lesedauer: 5 Minuten
Autor: Ella Rohrhirsch
Erstellt: 6.5.2021

Mit dem Medizinischen Dienst sind Gutachter:innen gemeint, die einen Blick auf die Leistungen der Krankenkassen haben, einen Pflegegrad empfehlen und die PflegequalitĂ€t sicherstellen. Der Medizinische Dienst wird seit 2019 nicht mehr als MDK, sondern nur noch als MD bezeichnet. Nach dem Erstantrag der Pflege entscheidet der Medizinische Dienst bei einem Hausbesuch, welcher Pflegegrad zur PflegebedĂŒrftigkeit passt. WĂ€hrend sich der Medizinische Dienst an gesetzlich Versicherte richtet, ist MEDICPROOF fĂŒr privat Versicherte zustĂ€ndig.

Was ist der Medizinische Dienst ĂŒberhaupt? Und warum ist er fĂŒr die Pflege relevant?

Den Medizinischen Dienst kann man als Dienstleister innerhalb des Gesundheitswesens verstehen. Er ist auch unter der AbkĂŒrzung MDK bekannt, die fĂŒr Medizinischer Dienst der Krankenversicherung steht. Seit 2019 wird er in der verkĂŒrzten Form allerdings nur noch als MD bezeichnet – durch das Reformgesetz ist der Medizinische Dienst nĂ€mlich unabhĂ€ngiger von den Krankenversicherungen und kann selbststĂ€ndiger handeln.

In der Pflege kommt man ebenfalls mit dem Medizinischen Dienst in BerĂŒhrung: Zum Beispiel bei der Beurteilung der PflegebedĂŒrftigkeit. Nach dem Erstantrag auf Pflege bei der Pflegekasse kommt bei gesetzlich Versicherten ein:e Gutachter:in vom Medizinischen Dienst nach Hause, um die SelbststĂ€ndigkeit des:der PflegebedĂŒrftigen zu prĂŒfen und der Pflegekasse einen entsprechenden Pflegegrad vorzuschlagen. DarĂŒber hinaus kĂŒmmern sich die Angestellten des Medizinischen Diensts auch darum, Versicherte in Gesundheitsdingen zu beraten und im Fall von Krankheit oder PflegebedĂŒrftigkeit die richtigen Leistungen zuzuteilen.

Gut zu wissen: In diesen Bereichen ist der Medizinische Dienst verantwortlich!

  • Beratung zur medizinischen Versorgung
  • Begutachtung fĂŒr die Krankenversicherung
  • Begutachtung fĂŒr die Pflegeversicherung
  • Kontrolle der PflegequalitĂ€t

Was muss man als PflegebedĂŒrftige:r ĂŒber die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst wissen?

Das Gutachten vom Medizinischen Dienst zĂ€hlt zur normalen Prozedur bei einer beginnenden PflegebedĂŒrftigkeit nach dem Erstantrag auf Pflege (Hier erklĂ€ren wir ausfĂŒhrlich, wie du ihn stellen kannst). WĂ€hrend die EinschĂ€tzung bei gesetzlich Versicherten von dem MD ĂŒbernommen wird, ist fĂŒr privat Versicherte MEDICPROOF das entsprechende Pendant. Anhand mehrerer Module wird der Gesundheitszustand und die SelbststĂ€ndigkeit des:der PflegebedĂŒrftigen beurteilt – um abschließend einen Pflegegrad zu vergeben (in diesem Artikel erfĂ€hrst du, was das ist).

Anhand dieser Module wird die PflegebedĂŒrftigkeit eingeschĂ€tzt:

  • MobilitĂ€t
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Kognitive und kommunikative FĂ€higkeiten
  • Selbstversorgung
  • BewĂ€ltigung von Anforderungen und Belastungen (z.B. mit einer Krankheit)
  • Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte

SelbstverstĂ€ndlich kommt der:die Gutachter:in vom Medizinischen Dienst nicht unangekĂŒndigt zu Hause vorbei: Der:die PflegebedĂŒrftige und die Angehörigen können den Termin mitbestimmen und sich dementsprechend vorbereiten. Der Termin lĂ€uft dann nach den Pflegebegutachtungs-Richtlinien, die nach dem Sozialgesetzbuch formuliert sind. Demnach wird nicht nur betrachtet, ob insgesamt eine PflegebedĂŒrftigkeit besteht, sondern auch die SelbststĂ€ndigkeit nach einem Punktesystem beurteilt, ein Pflegegrad empfohlen und passende Pflegeleistungen oder Ideen zur Verbesserung des Gesundheitszustands besprochen.

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Übrigens: Prinzipiell ist es auch möglich, die PflegebedĂŒrftigkeit ohne Hausbesuch zu beurteilen – empfehlenswert ist das allerdings nicht. Durch den Termin kann sich der:die Gutachterin ein wesentlich besseres Bild ĂŒber den:die PflegebedĂŒrftige:n machen. Das spiegelt sich meist auch in einer richtigen EinschĂ€tzung des Pflegegrades wider.

Gut zu wissen: Welche Punkte in der Begutachtung fĂŒhren zu welchem Pflegegrad? In diesen Artikeln haben wir uns im Detail damit beschĂ€ftigt, welche EinschrĂ€nkungen in der SelbststĂ€ndigkeit zu welchem Pflegegrad fĂŒhren – und warum. Außerdem erfĂ€hrst du hier, welche Module bei der Beurteilung betrachtet werden.

Hausbesuch vom Medizinischen Dienst: So bereitest du dich bestmöglich vor!

Der erste Besuch vom Medizinischen Dienst ist aufregend – und vielleicht auch etwas befremdlich. Schließlich beurteilt eine fremde Person die SelbststĂ€ndigkeit von dir oder einem:einer pflegebedĂŒrftigen Angehörigen. Doch dieses Gutachten soll letztendlich auf die optimale Pflege durch den richtigen Pflegegrad einzahlen – so bekommst du nĂ€mlich nicht nur die finanzielle UnterstĂŒtzung, sondern auch die Sicherheit, dein Leben so selbststĂ€ndig wie möglich weiterfĂŒhren zu können.

Um dich optimal auf den Hausbesuch vorzubereiten, kannst du allerdings einige Vorkehrungen treffen:

  1. Mithilfe eines Pflegegradrechners im Internet kannst du deine SelbststÀndigkeit schonmal selbst beurteilen und dir ein Bild davon machen, welche Bereiche bei dem Termin betrachtet werden.
  2. Ein Pflege-Tagebuch kann dabei helfen, dem:der Gutachter:in ein differenziertes Bild von der Situation zu geben – schließlich kommt er:sie nur fĂŒr einen kurzen Zeitraum vorbei und kann den Gesundheitszustand kaum in der GĂ€nze erfassen. Das Tagebuch hilft, deinen Alltag zu teilen.
  3. Als PflegebedĂŒrftige:r oder pflegende:r Angehörige:r kann man den Termin, an dem der Medizinische Dienst nach Hause kommt, mitentscheiden. Das kann sehr wichtig sein: Wenn die Schwierigkeiten des:der PflegebedĂŒrftigen etwa erst gegen Abend auftreten, sollte der:die Gutachter:in auch in diesem Zeitraum kommen. Sonst wirkt der:die Betroffene unter UmstĂ€nden selbststĂ€ndiger, als er:sie tatsĂ€chlich ist.
  4. Die Vorbereitung auf den Begutachtungstermin sollte ganz nach dem Motto laufen: Je realistischer, desto besser! Hier ergibt es keinen Sinn, sich von seiner besten Seite zu zeigen. Im Gegenteil: Der:die Gutachter:in muss einen realistischen Eindruck von der Pflegesituation bekommen und sehen können, wo die Schwierigkeiten liegen. Es ist also nicht zielfĂŒhrend, den:die PflegebedĂŒrftige zum Beispiel fertig angezogen an einen Tisch zu setzen, wenn im eigenstĂ€ndigen Aufstehen und Anziehen eigentlich das grĂ¶ĂŸte Problem liegt.
  5. PflegebedĂŒrftige und pflegende Angehörige sollten sich schon vor dem Termin Gedanken darĂŒber machen, in welchen Situationen Hindernisse auftreten – und genau diese zeigen. So kann der:die Gutachter:in am besten beurteilen, welcher Pflegegrad schlussendlich am besten zu dem:der PflegebedĂŒrftigen passt.
  6. ZusĂ€tzlich kann es hilfreich sein, schon alle wichtigen Dokumente und Hilfsmittel fĂŒr den Termin herauszusuchen – etwa einen Schwerbehindertenausweis, medizinische Berichte, Rollator etc.

Gut zu wissen: Der:die Gutachter:in entscheidet nicht endgĂŒltig ĂŒber den Pflegegrad! Der:die Gutachter:in stattet PflegebedĂŒrftigen zwar einen Besuch ab, um ihre Anspruch auf Pflege zu beurteilen – doch ihre EinschĂ€tzung ist nicht in Stein gemeißelt. Sie geben der Pflegekasse lediglich eine Empfehlung, welchen Pflegegrad sie als richtig erachten wĂŒrden. Diesem kann man allerdings durchaus widersprechen!

Der Medizinische Dienst prĂŒft die QualitĂ€t von Pflege-Einrichtungen

Die EinschĂ€tzung der Pflegegrade ist nicht die einzige Aufgabe des Medizinischen Diensts im Bereich der Pflege: Als Dienstleister kontrolliert er auch die QualitĂ€t von stationĂ€ren Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten. Mithilfe eines Kriterienkatalogs werden die Einrichtungen einmal im Jahr deutschlandweit genauer unter die Lupe genommen – und mit Schulnoten einsehbar bewertet. In die Bewertung zĂ€hlen unter vielen anderen Punkten sowohl hygienische Aspekte als auch die Pflege und die Organisation. So soll eine optimale Pflege durch Pflegeheime oder Pflegedienste sichergestellt werden.

Einziges Manko: Die Pflege-Einrichtung wissen um die QualitĂ€tsprĂŒfung und können sich auf diesen Termin entsprechend vorbereiten – daher pendeln sich die meisten Pflegeheime und -dienste im Einserbereich ein. Man sollte sich also immer selbst einen Eindruck verschaffen.

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Gerne beantworten wir deine Fragen rund um das Thema Pflege. Sende uns eine Mail an hallo@deinePflege.de oder sprich persönlich mit unseren Pflege-Expert:innen unter +49 7751 9299060.

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